Nun sind unsere Wilden schon 10 Wochen alt und haben in der 9. Woche neben ihren 3 Tage Entwurmungen, ihre Erstimpfungen und dem jeweiligen Gesundheitsattest ihren Chip erhalten. Alle haben es ohne Probleme vertragen und keinerlei Irritationen gezeigt. Im Grunde war der Tierarzt Besuch ein tolles Ereignis, was ausgiebig mit Kuscheln, Erforschen der Tierärztin, der jeweiligen Instrumente und Gerätschaften bedeutete und natürlich das Einfordern von Leckereien nach dem Pieks, welcher aber keinen der Welpen interessiert hat. Die Bande ist in dieser Hinsicht einfach nur ein cooler Haufen, aber die Silvesterknallerei hat sie auch nicht interessiert :-).
Bisher gab es überhaupt keine Anfragen, bzw. nur Fake Anfragen für diesen Wurf. Bekanntermaßen ist es Anfang des Jahres immer schwieriger mit Welpenvermittlungen, dieses Jahr durch die allgemein bekannten Umstände und Unsicherheiten noch mehr :-(. Für mich bedeutet dies, genau zu hinterfragen, ob meine Zucht so weiter geführt werden kann, ohne Welpenvermittlung macht es keinen Sinn. Gerade für die Rasse Großspitz, die bisher nicht zu den Qualzucht Rassen zählt, ist dies sehr bedauerlich, immerhin sind die Erfolge durch Gentests, Untersuchungen, Lockerungen bei Farbvorgaben und varietätenübergreifenden Verpaarungen ja nicht von der Hand zu weisen. Auch die Mischerbigkeitswerte (Heterozygotie) zeigen sehr deutlich, dass die Rassegesundheit in allem auf einem guten Weg ist.
Nun mal ein paar Einzelbeschreibungen unserer Lütten:
1. Norwin, der große braunsable Schecke, sehr temperamentvoll und voller Energie. Er wird sicherlich in der Größenordnung bei seinem Vater Riko (52 cm) liegen oder etwas größer. Norwin braucht konsequente, liebevolle und deutliche Führung, da er zum Überborden neigt und dann nur langsam zur Ruhe kommt. So ist er ein Schelm, durch sein Gewicht und seine Kraft (die er selbst oft noch falsch einschätzt) schon mal anstrengend für seine Geschwister, aber er lernt nun langsam, das weniger hier dann mehr ist. Er liebt Aufmerksamkeiten, nur Stillhalten da braucht es noch Übung.
2. Nanno, zur Zeit der zweitgrößte aus dem Wurf, ein entspannter Rüde, bei ihm erkenne ich oft Riko, besonders, wenn er intensiv beobachtet. Er spielt gerne mit seinen Geschwistern, rauft, rennt, dabei aber selten überbordend oder unfair gerade den Kleineren gegenüber, aber taff, wenn er sich gegen Norwin oder Nico durchsetzt. Er liebt Aufmerksamkeiten, fordert sie aber bisher selten ein, dafür freut er sich umso mehr, wenn er zum Kuscheln auf den Schoß darf ;-).
3. Nico, der Braunschecke, er ist so das Träumerle der Sieben, hat oft die Mahlzeiten verschlafen, wenn wir ihn nicht daran erinnert hätten. Er ist selbstbewußt, spielt sowohl allein oder mit seinen Geschwistern gleich gerne, seine Aufmerksamkeiten fordert er nun gerne ein, aber er drängt sich nicht immens in den Vordergrund, sondern schätzt gerne erst mal alles in Ruhe ein. Er weiß was er will und wann er es will.
4. Neelis ist unser Seelchen, er liebt Menschen, möchte immer ganz nahe dabei sein und kann von Aufmerksamkeiten nicht genug bekommen. Mit seinen Geschwistern spielt er so, dass die Sanfteren nicht unter ihm leiden, aber er lässt sich die Butter auch nicht vom Brot nehmen, immer lieb und fair dabei. Er ist im Moment der kleinste der Rüden, aber das sind Momentaufnahmen :-). Auffällig sein immer sehr intensiver Blick, wenn er uns beobachtet, sein Will-To-Please ist gut vorhanden (beim Spitz nicht die Regel), er lässt sich gut motivieren, wenn er einen Sinn darin sieht.
5. Nuri, eine aufgeweckte, neugierige Maus, die viel mit den Geschwistern tobt, spielt und rauft, sie kann aber auch leise mit ihrer kleinen Schwester Noomi Schnauzenkaspern spielen. Sie beobachtet gerne, lieber ist sie aber in Aktion und ärgert ihre Brüder. Dabei aber fair und notfalls hilft sie Noomi, wenn unser großer Norwin mal wieder ihr gegenüber überbordet.
6. Nola (der Name ist Programm, bedeutet nämlich weiße Schulter und die hat sie) ist ein Wirbelwind, Stillsitzen ist nicht ihr größtes Hobby, aber Rennen, Spielen, Toben und Blödsinn machen, da können wir sie immer mitten drin finden. Sie fordert ihre Schmuseeinheiten ein, da kann sie dann sehr deutlich werden.
7. Noomi, die kleine schwarze Perle aus der Mädchenriege, sie ist ein Leisetreter im wahrsten Sinn des Wortes, meist als Schatten in meiner Nähe, da muss ich immer aufpassen, um sie nicht zu übersehen. Sie liebt es zu Schmusen, hält sich bei den Raufereien der Geschwister im Hintergrund, neugierig entdeckt sie gerne alleine die Welt und kann sich auch mal gut alleine beschäftigen. Wenn sie mit tobt, dann mit Elan und Pfifigkeit, da sie als Kleinste manchmal ganz schön gegen halten muss.
Die nahe Zukunft wird zeigen, wohin es beim Großspitz und meiner Zuchtstätte gehen wird und mit all diesen Überlegungen sehen sich leider viele Züchter konfrontiert, besonders wenn die Hunde nicht zu den Anfängerhunden gehören und Anforderungen an zukünftige Besitzer in Form von Zeit, Training und konsequenter Erziehung voraussetzen. Kein Welpe ist ein Selbstläufer, aber gerade Spitze ticken in vielen Dingen anders, weil sie mit viel Intelligenz, Geradlinigkeit und ursprünglichem Instinkt gesegnet sind, all das muss angeleitet, gefördert und durch liebevolle Konsequenz in die erforderlichen Bahnen gelenkt werden. Gerade in der Pubertät des Spitzes gibt es dann Reibereien, die den Hormonen und „dem Umbau des Gehirns“ geschuldet sind, eine oftmals sehr anstrengende und fordernde Zeit, die aber mit viel Geduld und Training gemeistert werden kann und danach zeigt sich dann der Traumhund, den man sich als Halter wünscht. Es ist sicher nicht immer einfach eine Hundeschule zu finden, die gerade den Spitz und seinen Besitzer adäquat begleiten kann und auch fachgerecht berät, aber es gibt sie und man muss halt suchen. Die Argumentation von vielen aus diesen Reihen, dass eine Kastration des Hundes in diesem jungen Alter das Mittel der Wahl darstellt, ist vollkommen überholt, tierschutzrechtlich bedenklich und aus tiermedizinischer, sowie verhaltensbiologischer Sicht einfach nur blanker Unsinn. Zum Vergleich, niemand lässt seine pubertierenden Jugendlichen kastrieren.